Viel­leicht fin­den Sie sich ge­ra­de in ei­ner Si­tua­ti­on wie Tau­sen­de an­de­re Ge­wer­be­trei­ben­de oder Pri­vat­per­so­nen: Sie wol­len Ih­re Schul­den los­wer­den. Oft führt dann der ers­te Blick in das In­ter­net, das voll ist mit ver­lo­cken­den An­ge­bo­ten wie „Schul­den­frei durch In­sol­venz in Eng­land oder Frank­reich!“ In sehr we­ni­gen Aus­nah­me­fäl­len mö­gen die­se Stra­te­gi­en nütz­lich sein, aber ist dies wirk­lich ein gang­ba­rer Weg für ei­nen Klein- oder Mit­tel­ständ­ler oder Pri­va­ten, der sei­nen Le­bens­mit­tel­punkt in Deutsch­land hat, sich even­tu­ell um (schul­pflich­ti­ge Kin­der) küm­mern muss und ei­ne In­sol­venz lie­ber ganz ver­mei­den möch­te?

Si­cher­lich gibt es vie­le Fäl­le, in de­nen die In­sol­venz das rich­ti­ge und ein­zi­ge Mit­tel für ei­nen Neu­an­fang ist, und es gibt auch Fäl­le, in de­nen die In­sol­venz im Aus­land sinn­voll sein kann. Je­doch muss es nicht im­mer so weit kom­men, dass ei­ne In­sol­venz not­wen­dig wird. Ins­be­son­de­re dann, wenn Sie ei­nen ge­schäft­li­chen Neu­start be­ab­sich­ti­gen, ist ein jah­re­lan­ges In­sol­venz­ver­fah­ren mit fi­nan­zi­el­ler Be­vor­mun­dung nicht nur hin­der­lich, son­dern kann zum un­über­wind­ba­ren Hin­der­nis wer­den, z. B. wenn beim neu­en Ar­beits­platz das Ge­halt von Be­ginn an ge­pfän­det wird oder der po­ten­ti­el­le Ge­schäfts­part­ner aus Sor­ge vor Ver­lust die ge­plan­te Zu­sam­men­ar­beit ab­sagt. Auch kön­nen ge­sell­schaft­li­che Ma­kel mit ei­ner In­sol­venz ein­her­ge­hen, z. B. beim Ein­ge­hen ei­ner neu­en Be­zie­hung.

Fi­nan­zi­el­le Eng­päs­se sind nicht im­mer haus­ge­macht und tref­fen Men­schen al­ler Schich­ten in­fol­ge un­ter­schied­lichs­ter Um­stän­de: Ver­lust des Ar­beits­plat­zes, Schei­dung, Aus­fall von Kun­den­zah­lun­gen, Op­fer von Be­trugs­straf­ta­ten, Tod, Krank­heit, Un­kennt­nis von kauf­män­ni­schen Tak­ti­ken im Ge­schäft, über­ho­len­der Wett­be­werb, u.s.w.

Wie kön­nen Sie re­agie­ren, wenn Sie das Ge­fühl ha­ben, den Über­blick ver­lo­ren zu ha­ben? Zu­erst: Hö­ren Sie auf Ihr Ge­fühl und su­chen in dem Mo­ment, in dem Sie spü­ren, dass Sie Ih­re fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on nicht mehr Griff ha­ben, Sie pro­fes­sio­nel­le Hil­fe. Zum Bei­spiel gibt es Buch­hal­tungs­bü­ros, die sich auf die­se Art von Fäl­len spe­zia­li­siert ha­ben und Ih­nen hel­fen, die Emo­tio­nen mit kla­ren Zah­len zu sor­tie­ren.

Aber auch dann, wenn Sie schon di­ver­se Mah­nun­gen und Post vom Ge­richts­voll­zie­her er­hal­ten ha­ben, muss es nicht zu spät sein. Wenn es Ihr Ziel ist, als Un­ter­neh­mer oder Pri­vat­per­son Ihr Le­ben „um­krem­peln“ und sich wie­der ak­tiv am wirt­schaft­li­chen Le­ben be­tei­li­gen zu wol­len (viel­leicht we­gen ei­ner be­vor­ste­hen­den Hei­rat, ei­ner neu­en Ge­schäfts­idee, etc.), ob­wohl viel­leicht schon et­li­che Mahn­schrie­ben oder gar Voll­stre­ckungs­be­schei­de vor­lie­gen, müs­sen Sie zu­erst ei­ne gründ­li­che Be­rei­ni­gung der fi­nan­zi­el­len Alt­las­ten vor­neh­men.

Die Insolvenz vermeiden: Der Kontakt zum Gläubiger ist der wichtigste und oft schwierigste Schritt

Da­bei ist es in der Re­gel nicht mit ei­nem Stan­dard­schrei­ben an die Gläu­bi­ger ge­tan. Zu­nächst müs­sen Sie Ih­re Si­tua­ti­on ana­ly­sie­ren, ggf. un­ter Hin­zu­zie­hung ei­ner Buch­hal­tungs­prü­fung. Dies ist be­son­ders dann wich­tig, wenn un­kla­re For­de­run­gen des Fi­nanz­am­tes be­stehen. Er­ar­bei­ten Sie zu­nächst ei­ne Gläu­bi­ger­über­sicht, um Ih­re gan­ze fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on und die Art der Gläu­bi­ger zu ken­nen. Sind die­se ak­tiv ge­gen Sie tä­tig? Blieb es bei ei­nem Mahn­schrei­ben oder geht der Gläu­bi­ger mas­siv un­ter Nut­zung je­der ju­ris­ti­schen Mög­lich­keit ge­gen Sie vor oder macht Ih­nen auf an­de­re Wei­se Druck, z. B. über Lie­fer­kon­di­tio­nen?

Nach­dem Sie Ih­re Gläu­bi­ger und de­ren Vor­ge­hens­wei­se ken­nen, müs­sen die­se kon­tak­tiert wer­den. Da­bei müs­sen Sie die Mög­lich­kei­ten und An­spra­che aus­lo­ten, wel­che in­di­vi­du­ell zum je­wei­li­gen Gläu­bi­ger passt: ein klei­ner Lie­fe­rant hat ei­ne an­de­re Ein­stel­lung zu sei­ner For­de­rung als ein Groß­un­ter­neh­men oder ei­ne Bank. Spre­chen Sie die Spra­che des Gläu­bi­gers, wenn Sie ei­ne Lö­sung mit ihm an­stre­ben. Ma­chen Sie nur sol­che An­ge­bo­te, die auch für den Gläu­bi­ger rea­lis­tisch sind; z. B. bringt es nichts, je­dem Gläu­bi­ger die­sel­be Quo­te an­zu­bie­ten. Die­ses Vor­ge­hen wird ei­ni­ge Zeit in An­spruch neh­men und be­darf der Ge­duld. Da Sie ei­ne lang­fris­ti­ge Lö­sung für sich an­stre­ben, wol­len Sie nicht nur die For­de­rung be­glei­chen und wie­der fi­nan­zi­el­len Spiel­raum ge­win­nen.

Register bereinigen ist die Grundlage für eine „saubere“ Zukunft

Den­ken Sie wei­ter: Til­gen Sie auch die an­de­ren Spu­ren, die Sie schon ver­ur­sacht ha­ben. Bis heu­te weiß nie­mand, wie die Schufa und die Credit­re­form ge­nau ih­re Be­wer­tung vor­nimmt, Sie müs­sen sich aber da­mit aus­ein­an­der­set­zen. Prü­fen Sie al­so Ih­re Schufa-Einträge, da die­se häu­fig un­ver­schul­de­te Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten auf­wei­sen, die ge­löscht wer­den müs­sen. Set­zen Sie sich auch da­zu mit den Gläu­bi­gern in Ver­bin­dung. Als Un­ter­neh­men soll­ten Sie auch die Aus­kunft bei an­de­ren Rating-Dienstleistern wie Credit­re­form, Bür­gel, etc. prü­fen und ak­tua­li­sie­ren bzw. ver­bes­sern. Auch da­zu gibt es ei­ni­ge Mög­lich­kei­ten, die Sie nut­zen kön­nen. (Wir ha­ben mit un­se­ren Man­dan­ten Stra­te­gi­en für den Um­gang mit den Aus­kunftei­en ent­wi­ckelt, die die­se auch zu­künf­tig selbst an­wen­den kön­nen.)

In­ves­tie­ren Sie al­so zweck­ge­rich­tet Zeit und Geld in ei­ne gründ­li­che Be­rei­ni­gung, an de­ren En­de Ih­nen auch al­le Ti­tel der Gläu­bi­ger vor­lie­gen sol­len. So schwie­rig das Ge­samt­vor­ha­ben sein kann, so ele­men­tar wich­tig ist, dass Sie gründ­lich ar­bei­ten, sonst ha­ben Sie am En­de even­tu­ell ein paar For­de­run­gen be­zahlt, Ihr Ge­samt­bild aber nicht wirk­lich ver­bes­sert.

Und na­tür­lich: Wenn Ih­nen noch For­de­run­gen ge­gen an­de­re Per­so­nen zu­ste­hen, ma­chen Sie die­se jetzt gel­tend.

Werden Sie aktiv!

Das wich­tigs­te beim Schulden-Abbau und Ver­mei­dung von In­sol­venz ist nach wie vor: Ar­bei­ten Sie an ei­ner nach­hal­ti­gen Lö­sung für sich selbst! Nur wenn Sie selbst ak­tiv wer­den – mit oder oh­ne an­walt­li­che Hil­fe – le­gen Sie den Grund­stein da­für, dass Sie nie wie­der in ei­ne Schulden-Situation ge­lan­gen müs­sen.

Mit jah­re­lan­ger Er­fah­rung als In­kas­so­un­ter­neh­mer sind wir mit den Stra­te­gi­en der Schul­den­ein­trei­bung und -ab­wehr gut ver­traut und ha­ben für vie­le Man­dan­ten Ver­gleichs­füh­rung mit un­ter­schied­lichs­ten Gläu­bi­gern über­nom­men, In­sol­ven­zen ab­ge­wen­det und Man­dan­ten beim wirt­schaft­li­chen Neu­start un­ter­stützt. Wenn Sie hier­bei Un­ter­stüt­zung be­nö­ti­gen, neh­men Sie gern Kon­takt zu uns auf.