Dar­le­hens­ver­trag, Ge­schäfts­füh­rer­ver­trag, Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag, Kauf­ver­trag usw. – von fast je­der gän­gi­gen Ver­trags­art gibt es Mus­ter, die im In­ter­net down­load­bar sind. Dies kann schnell hel­fen … oder zum ech­ten De­sas­ter mit fi­nan­zi­ell er­heb­li­chen Fol­gen wer­den.

Der Aus­gangs­la­ge ist häu­fig, dass schnell ein Ver­trags­mus­ter her muss. Der Auf­wand soll auf ein Min­dest­maß be­grenzt wer­den, und im Grun­de ist der Ver­trag doch so­wie­so nur „pro for­ma.“ Was liegt da nä­her, als sich aus dem Netz kos­ten­los ein Mus­ter zu zie­hen? In vie­len Fäl­len geht das gut, die Ver­trags­durch­füh­rung läuft glatt und der Ver­trag ver­schwin­det auf Nim­mer­wie­der­se­hen in der Schub­la­de.

Rich­tig fa­tal und teu­er wird es dann, wenn die Par­tei­en nach Ver­trags­schluss fest­stel­len, dass der Ver­trag doch nicht so ganz zu dem passt, was die Par­tei­en sich vor­ge­stellt hat­ten. Schlim­mer noch, wenn die Par­tei­en sich un­ter der­sel­ben For­mu­lie­rung ganz un­ter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen ge­macht ha­ben oder sich Lü­cken im Ver­trag of­fen­ba­ren.

Rich­tig auf­wen­dig wur­de es für ei­ne Man­dan­tin, die auf Grund­la­ge ei­nes Mus­ter­ko­ope­ra­ti­ons­ver­tra­ges mit ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men ein Groß­pro­jekt bei ei­nem aus­län­di­schen Kun­den durch­führ­te. Der Ver­trag war schnell im Netz ge­fun­den und ge­schlos­sen. Bei­de Par­tei­en be­ab­sich­tig­ten, ih­re je­weils un­ter­schied­li­chen Kom­pe­ten­zen in die Pro­jekt­ar­beit ein­zu­brin­gen, der Ge­winn soll­te fifty-fifty ge­teilt wer­den. Nach­dem das Pro­jekt durch­ge­führt war und die Schluss­zah­lung fäl­lig wur­de, of­fen­bar­te sich das Man­ko des Ver­tra­ges: Wie soll­ten zu­sätz­lich er­brach­te Leis­tun­gen der Par­tei­en ver­gü­tet wer­den, de­ren Not­wen­dig­keit sich erst im Lau­fe der Pro­jekt­durch­füh­rung zeig­te? Noch da­zu stell­te sich das Pro­blem, dass die­se Leis­tun­gen im We­sent­li­chen von nur ei­ner Ver­trags­par­tei er­bracht wer­den konn­ten. Dar­über hin­aus wech­sel­te dann auch noch der In­ha­ber des Kun­den und der In­ha­ber ei­nes der Ko­ope­ra­ti­ons­un­ter­neh­men.

Als wä­re das De­sas­ter nun noch nicht per­fekt ge­we­sen, es­ka­lier­te der ei­ne Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner nun den Streit um den Ge­winn­an­teil an den End­kun­den und schä­dig­te da­mit er­heb­lich das pro­fes­sio­nel­le Image der Man­dan­tin. Ei­ne güt­li­che Ei­ni­gung konn­ten die Par­tei­en nicht mehr er­rei­chen, es kam zu ei­nem Rechts­streit. Die­ser wur­de dann man­gels Ge­richts­stands­ver­ein­ba­rung nicht am Un­ter­neh­mens­sitz un­se­rer Man­dan­tin, son­dern 500 km ent­fernt ge­führt. Es wa­ren zwei Ter­mi­ne in­klu­si­ve Zeu­gen­ver­nah­me not­wen­dig: Ge­richts­kos­ten, Fahrt­kos­ten, Ho­tel­über­nach­tungs­kos­ten, Zeu­gen­ent­schä­di­gun­gen, Zeit­ver­lust und ein Auf­ein­an­der­tref­fen der Kon­tra­hen­ten im Ge­richts­saal schlu­gen viel stär­ker zu Bu­che als es die Er­stel­lung ei­nes Ver­tra­ges durch ei­nen An­walt je ge­konnt hät­te. Auch wenn wir am En­de den Streit zum größ­ten Teil ge­win­nen konn­ten, war der Ge­samt­ver­lust im­mer noch er­heb­lich hö­her als die Kos­ten für ei­nen in­di­vi­du­el­len Ver­trags­ent­wurf ge­we­sen wä­re.

Eben­so pro­ble­ma­tisch er­wies sich ein Ver­trag, den ei­ne Un­ter­neh­me­rin schloss:  die Ver­trags­part­ne­rin soll­te auf Pro­vi­si­ons­ba­sis Ge­schäf­te ver­mit­teln. Zu­nächst sah al­les gut aus, die Ver­mitt­lung ent­sprach den Vor­stel­lun­gen der Par­tei­en – bis plötz­lich ei­ne fi­nan­zi­el­le Re­gi­on er­reicht wur­de, die man nicht ver­mu­tet hat­te, und die die Un­ter­neh­me­rin bei der Durch­füh­rung vor ei­ni­ge Pro­ble­me stell­te. Ge­winn und Um­satz fest im Blick soll­ten die Pro­jek­te auf Bie­gen und Bre­chen durch­ge­zo­gen wer­den. Es kam, wie es kom­men muss­te: Die Durch­füh­rung schei­ter­te, auch in­fol­ge fal­scher In­for­ma­tio­nen der ver­mit­teln­den Par­tei. Scha­dens­er­satz­an­sprü­che des End­kun­den stan­den plötz­lich im Raum, die Un­ter­neh­me­rin ver­lang­te be­reits ge­zahl­te Pro­vi­sio­nen zu­rück, die Ver­mitt­le­rin be­stand auf den Er­satz von Aus­la­gen und Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen. Zeu­gen bei Ver­trags­schluss gab es kei­ne. Der Rechts­streit vor dem Land­ge­richt dau­er­te 4 Jah­re. Da es zu die­sem spe­zi­el­len The­ma noch kei­ne Recht­spre­chung gibt, scheu­te sich der Rich­ter vor ei­ner Ent­schei­dung und er­klär­te, er wer­de die Ter­mi­ne so lan­ge ver­schie­ben, bis die Par­tei­en frei­wil­lig ei­nen Ver­gleich schlie­ßen. Un­glaub­lich, aber ge­nau so ge­schah es dann auch: Zwangs­wei­se es gab ei­nen „fau­len,“ teu­ren, Kom­pro­miss und Ver­är­ge­rung auf bei­den Sei­ten. Da­zu misch­te auf der Ge­gen­sei­te der Le­bens­ge­fähr­te kräf­tig mit und sta­chel­te die Ge­gen­sei­te noch un­nö­tig auf, es gab ei­ni­ge un­schö­ne Sze­nen im und vor dem Ge­richts­saal. Der Pro­zess kos­te­te Zeit, Geld und Ner­ven nach Ge­wicht. Auch hier wä­re es bei­de Par­tei­en viel bil­li­ger ge­kom­men, ei­nen in­di­vi­du­ell an­walt­lich er­stell­ten Ver­trag zu nut­zen.

Vie­le schlech­te Ver­trä­ge of­fen­ba­ren Ih­re Feh­ler und Un­zu­läng­lich­kei­ten nie. Wenn es aber doch pas­siert, dann ge­schieht das häu­fig „mit vol­ler Wucht.“  Si­cher­lich muss man nicht im­mer ei­nen An­walt be­mü­hen – aber wenn es zum Streit kommt, hät­te der An­walt sich mehr­fach be­zahlt ge­macht und das an­sons­ten lu­kra­ti­ve Ver­trags­ver­hält­nis hät­te sich wei­ter po­si­tiv ent­wi­ckelt. Ein in­di­vi­du­el­ler Ver­trag muss nicht Un­sum­men kos­ten, aber er kann Un­sum­men spa­ren hel­fen.

Rechts­an­walt Bo­ris Zim­mer­mann be­rät vor­wie­gend Un­ter­neh­mer im In- und Aus­land so­wie Pri­vat­per­so­nen bei dem Er­stel­len, Ver­han­deln, Än­dern und Durch­set­zen von Ver­trä­gen. Dass der Gang zum An­walt vor dem Ver­trags­schluss ba­res Geld wert ist, ha­ben in sei­ner lang­jäh­ri­gen Tä­tig­keit schon vie­le Man­dan­ten be­stä­tigt. Vie­le be­zeich­nen sich als ge­brann­tes Kind und spre­chen nun ih­re Ver­trags­vor­stel­lun­gen ge­mein­sam mit dem zu­künf­ti­gen Ver­trags­part­ner bei Rechts­an­walt Bo­ris Zim­mer­mann durch. Die Kos­ten wer­den oft zwi­schen den Par­tei­en ge­teilt – ei­ne gu­te In­ves­ti­ti­on, ein Zei­chen ernst­haf­ter Ab­sich­ten bei­der Sei­ten und ein fes­tes Fun­da­ment für die zu­künf­ti­ge ge­mein­sa­me Zu­sam­men­ar­beit der bei­den Ver­trags­par­tei­en.